Accel World

      Accel World

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      „Welcome to the accelarated…“ - ja, zu was eigentlich? Das hab ich mich gefragt, als der Anime Accel World zu Ende war. Warum schaut man so einen Anime überhaupt? Ich hab ihn innerhalb von 2-3 Tagen geschaut, also an sich könnte man sagen, dass er mich gefesselt hat. Und jetzt ist er fertig und in mir ist so ein schwarzes Loch ala „Was sollte das jetzt eigentlich?“

      Fangen wir doch mit dem Inhalt an: Haruyuki ist ein kleiner, dicker Junge, der immer gehänselt wird. Er hat nur zwei Freunde, die seit seiner Kindheit zu ihm stehen: Der schlaue und sportliche Takumi und die süße Chiyuri (jop, die ist echt lecker! xD). Die zwei sind so cool, sodass wir uns gleich fragen, warum sie überhaupt mit ihm abhängen? Ja, es ist – ohne irgendwelche Ironie – wahre Freundschaft, was echt Feines also. Bevor wir verstehen können, was die Jungs und Mädels so treiben, muss das Setting erklärt sein: Die Handlung spielt in der Zukunft und jeder stöpselt sich durch Neuro Linker, die man am Hals trägt, in das jeweilige lokale Netzwerk an, wo man dann Mails abrufen, Leute via „Direkt Link“ anrufen und Online Games zocken kann. Haruyuki sticht online, im Gegensatz zu seinem Real Life, ziemlich hervor, weshalb „Kuroyukihime“ (Prinzessin des schwarzes Schnees) auf ihn aufmerksam wird. Sie ist die Schülerratspräsidentin seiner Schule, total beliebt und zuckersüß. Nunja, und sie zockt dieses Game: „Brain Burst“, ein relativ geheimes, um genau zu sein. Mit diesem Spiel ist es möglich, sich selbst schneller zu machen als seine Umwelt (accelarate) und zwar so schnell, dass die Umwelt fast einfriert. In dieser Zeit zocken die Gamer dann Brain Burst, eine Fighting Simulation, mithilfe von Avataren, die alle ihre Traumata verkörpern (ohne die es übrigens auch überhaupt nicht möglich wäre, das Game zu installieren). Kuroyukihime lädt ihn zu diesem Spiel ein und Haruyuki gelingt es durch dieses Game irgendwie, selbstbewusster zu werden usw. usw. Natürlich verliebt sich das Mädel auch sofort in ihn und…

      …und ich spüre so langsam, dass ich ins „Blabla“ verfalle. Woran liegt das nur? Sagen wir’s so:

      Die Erzählwelt von Accel World ist großartig: Geniale Settings in einer digitalen Welt und ein interessantes Zukunftsbild von Technik. Aber: Sie ist ZU groß für einen Anime mit 24 Folgen. Für eine LIGHT NOVEL REIHE mag das perfekt sein, aber die Welt von Brain Burst ist so riesig, mit so vielen Sektionen, Parteien und jede hat ihre eigene Geschichte – der Zuschauer KANN gar nicht alles erfahren! Und eben die Vergangenheit von Kuroyukihime, die innerhalb dieser Welt eine sehr wichtige Figur darstellt, wird kaum beleuchtet. Auch das Overall Goal dieses Animes, nämlich das Spiel zu gewinnen, wird nicht erreicht. Es wird ja noch nicht mal der GRUND offenbart, warum so viele Leute dieses Spiel spielen?! Anscheinend passiert irgendetwas Tolles, wenn man Level 10 erreicht und so das Spiel beendet, aber alle unschlagbaren Level-9-ler machen die Luken mittels eines Nichtangriffapaktes dicht, damit das Spiel nicht endet. Hier krankt die Anime Verfilmung und die Ursache allen Übels ist wieder einmal die – wahrscheinlich – gelungene Light Novel Vorlage: Sie ist zu detailliert, um sie in einen Anime zu packen.
      Aber an sich macht der Anime nicht viel falsch! Die Charaktere sind alle sehr liebevoll: Kuroyuki, das kleine Dickerchen, ist als Hauptfigur sehr sympatisch, wenn auch weinerlich. Kuroyukihime ist geheimnisvoll und mysteriös. Chiyuri und Takumi sind ebenfalls tolle Figuren und der Antagonist am Ende auch so RICHTIG SCHÖN EVIL! Die Fights sind alle episch und machen Spaß. Die Dramatik ist hoch und fesselt einen an die Serie. Sie ist mitunter so hoch, dass man die Handlung zwischendurch völlig vergisst („Moment, was machen die gerade eigentlich nochmal? EGAL, YEEEEAH!!“) :D

      Das Fazit (oder so was in der Richtung) fällt also - genauso wie der Anime - etwas unvollständig aus:

      Insgesamt ist es zu wenig. Oder zu viel. Zu viel Stoff in einen 24-Folgen-Anime. Schade drum. Ich könnte mir vorstellen, dass die Light Novel gut war.
      Nichtsdestotrotz: Der Anime war glaube ich einer der meistgelobten von 2011 – daher kann man immer mal einen Blick wagen, wenn man etwas Zeit hat. Schlecht ist er nicht, er weiß zu unterhalten, aber das große tiefgründige Kino darf man nicht erwarten. Dafür ist er zu flach.
      Eine Staffel drangehängt und das alles könnte sich ändern! Aber von Light Novel Verfilmungen ist man so was nicht gewöhnt: Man muss ja die restlichen Games kaufen ^^


      Zum Schluss ein paar Pics von knuffigen Mädels (die hat der Anime zuhauf), knuffigen und kitschigen Avataren sowie allem, was ich sonstnoch sehenswert fand :D






















      Danke Doug :)
      Wenn mich eine Serie beschäftigt, ob nun im negativen, positiven oder - wie in diesem Fall - einem Sinne, den ich nicht so richtig zuordnen kann, dann fühle ich mich immer unheimlich dazu verpflichtet, ein Review zu verfassen. Es ist wahrscheinlich so eine Art "Gedanken sortieren", also auch eine Art Selbsttheapie für mich :D

      Dass dir das Review gefallen hat, finde ich super! Dann hat sich's gelohnt :)

      LG
      JayJay