Chuunibyou demo koi ga shitai

      Chuunibyou demo koi ga shitai

      Chuunibyou demo koi ga shitai




      Was für ein Anime…
      Es gibt echt Zeiten, in denen man sich fragt, warum manche Serien, die so seicht und dummdämlich sind, überhaupt im Angesicht der tiefgründigen, die sich ernsthaft mit Problemen aus dem echten Leben auseinander setzen, EXISTIEREN dürfen!!! Warum dürfen sie auf denselben Bildschirmen flimmern? Warum dürfen sie von denselben Augen gesehen und in denselben Köpfen reproduziert werden? Ist das nicht Blasphemie??!!
      Sehr tiefgründige Fragen, wirklich. Aber letztlich ist die Erinnerung der Richter darüber, ob eine bestimmte Serie einen Eindruck hinterlassen hat. Oder eben nicht. Sogar dieses überschwängliche Gefühl, das ich gerade mittels schwülstiger, pathetischer Phrasen aus mir herausonaniere, könnte in den nächsten Tagen völlig vergangen sein. Aber dann wäre es eben zu spät, dieses Review zu schreiben, weil ich DIESES Gefühl festhalten muss!! ;)

      Chuunibyou demo koi ga shitai heißt auf Deutsch etwa „Trotz Chuunibyou will ich einen Freund“ – das seltsam und unaussprechlich klingende Wort, das trotz deutscher Übersetzung Japanisch bleibt, referiert auf eine im Volksmund bekannte Jugendkrankheit, in der Jugendliche ihre krankhaften Otaku-Fantasien ausleben und deshalb zu den Randgruppen gehören, wenn nicht sogar totale Einzelgänger sind. Stellt euch das einfach so vor: Ich würde wild über den Schulhof rennen und rufen „MARY??? WO BIST DU??? BIST DU WIRKLICH IN DIESER STADT???“
      Wie dem auch sei… kurz zur Handlung:
      Unser el protagoniste heißt Yuuta und war zu seinen Mittelschulzeiten der berühmte „Dark Flame Master“- wer auch sonst?! Er will nun, da er in die Oberschule kommt, nichts mehr davon hören, ein neues Leben beginnen, endlich Freunde finden und all dieses peinliche Getue hinter sich lassen. Gerade als er glaubt, dass alles perfekt läuft, taucht dieses Mädchen auf. Rikka ist die Herrin des dunklen Auges – eine gelbe Kontaktlinse, die sie unter einem Verband trägt. Das Mädchen ist trotz ihres Alters immer noch in ihren Fantasien gefangen und fühlt sich von Yuuta angezogen – aus irgendeinem Grund weiß sie, dass er der Dark Flame Master war und will nun mit ihm einen Nachmittags-Klub in der Schule gründen, der es sich zum Ziel gesetzt hat, den Unbekannten Horizont zu finden und die bösen Mächte dabei zu zerschlagen und blablabla und das ist echt alles total lustig und man lacht sich so schlapp dabei, aber…

      Warum war der Anime jetzt nochmal so toll??

      Weil er rechtzeitig einen Cut macht (nämlich an der Stelle, an der ich mich als Zuschauer frage, was sie jetzt noch bringen wollen) und die Dimension der klassischen Unterhaltungsserie voller Comedy, Moe und Slapstick verlässt. Nein, diese Serie geht tief in die Figuren hinein und fragt: Warum lebt eine Person eigentlich in ihrer eigenen Fantasiewelt? Warum gibt es einen Grund für viele Kinder, vor der Realität zu fliehen? Und warum wollen sie, auch wenn sie möglicherweise genau wissen, dass das, was sie sich einbilden, nicht existiert, nicht wieder zurück in die Realität??
      Das alles wird am Kindheitstrauma von der knuffigen Rikka beleuchtet. Und ohne zu viel verraten zu wollen: Der Anime entwickelt sich in seiner kurzen Dauer (zwölf Folgen) von total lustiger Comedy über die echt süße Lovestory bis hin zur atemberaubenden Dramatik, wenn es für die Figuren darum geht, sich selbst zu verstehen und was sie WIRKLICH wollen.

      Fazit: Ein Anime, der einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. Das kann ich heute bereits sagen, obwohl er sich bei mir noch setzen muss. Und hier muss ich sagen: ES GEHT DOCH! Man KANN doch in zwölf Folgen eine Geschichte erzählen, die sowohl lustig ist und unterhält, den nötigen lovy-dovy Anteil hat, den sich viele Zuschauer wünschen (mitunter ICH!) sowie mit einem Anspruch auf Tiefgründigkeit Themen ansprechen, die Mensch und Gesellschaft angehen - Probleme behandeln, denen du und ich jeden Tag begegnen könnten.

      DANKE dafür! DANKE, dass so etwas noch in 12 Folgen funktioniert!


      Zum Ausklang lasse ich wie gewohnt die Bilder sprechen :)









      Chuunibyou demo koi ga shitai hat mich auch sehr begeistert ^^ Anfangs dacht ich mir noch das es ein Typischer Moe/Comedy Anime ist, aber die Änderung die etwa ab der 7-8 Episode eintritt ist einfach sehr heftig und macht es für mich zu einem Unvergesslichen Erlebnis :D .Der Anime hat mich an einigen Stellen sogar zu tränen gerührt, und Unzählige male zum Lachen gebracht.Finde er schafft einfach die Perfekte Mischung aus Lovestory,Drama und Comedy.Übrigens wird irgendwann in diesem Jahr noch eine 2the Staffel erscheinen ^^

      Marvin schrieb:

      Übrigens wird irgendwann in diesem Jahr noch eine 2the Staffel erscheinen ^^


      Das habe ich auch gesehen. Allerdings bin ich mir gar nicht sicher, ob ich die brauche. Im Gegensatz zu anderen Light Novel Verfilmungen, die darauf abzielen, mit einem offenen Ende die Zuschauer dazu zu bewegen, die weiteren Titel zu kaufen (die ja aus marktwirtschaftlichen Gründen nicht verfilmt werden), hatte ich jetzt bei Chuu2byou nicht das Gefühl, dass ich über's Ohr gehauen werde. Das Ende war an sich rund und geschlossen. Wenn ich jetzt drüber nachdenke, was noch kommen könnte, dann wahrscheinlich eher Fanservice und Slapstick. Ähnlich wie in den ersten 5 Folgen etwa. Ich denke, was der Anime uns sagen wollte, hat er gesagt. Viel wird nicht mehr kommen.

      Wenn ich mir den Vergleich erlauben darf: Ähnlich ist es mit Ore no imouto wa konna ni kawaii wake ga nai. Die Serie hat ihre tiefgründigen Qualitäten meiner Meinung nach in der ersten Staffel ausgespielt, während die zweite noch sehr ansehnlich ist, aber einen anderen Schwerpunkt legt - eben die Unterhaltung durch Comedy und Romance. Fans genießen das immer noch, aber auch nur, weil die erste Staffel so gut war.