Gesellschaftsbild in MGS2 *SPOILER*

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      Gesellschaftsbild in MGS2 *SPOILER*

      Das in Metal Gear Solid 2 von Hideo Kojima transportierte Gesellschaftsbild fällt nicht unbedingt positiv aus. Die Patriots sehen die Menschen als Opfer des ungefilterten Informationsflusses. Sie setzen sich widerstandslos dem Medienrasch ein, d.h. sie lassen sich von haufenweise "unnötiger Informationen" berieseln.
      Die Patriots, bzw. ihre KI's wollen verhindern, dass das weiterhin geschieht. Sie wollen selbst bestimmen, welche Informationen es wert sind, an nachfolgende Generationen weitergegeben zu werden. Sie beziehen sich dabei nicht nur auf Nachrichten, sondern auch auf Wissenschaft und Kultur.

      Denkt ihr, ein solcher Filter ist nötig?

      Sind wir Menschen wirklich so naiv und nehmen jeden Schund auf, der uns in den Weg gelegt wird?
      An sich keine schlechte Idee, wenn man sich den Dreck, den die Medien verbreiten, ansieht.
      Die Devise der heutigen Medien ist doch nur noch umso brutaler und schockierender, desto massentauglicher...also wird das gebracht.

      Ein Filter wäre an sich schon nicht schlecht, doch wer entscheidet was wirklich wichtig ist und kann dieser beurteilen ob es wirklich für jeden wichtig ist? Jeder hat eine andere Auffassung davon, was wichtig ist und was nicht. Außerdem haben wir in unseren Grundgesetzen die Pressefreiheit fest verankert, was durch Zensur der öffentlichen Medien gebrochen werden würde.

      Ich sehe hier eine sehr kritische und nur schwer zu lösende Situation.

      An sich wäre es nicht falsch eine solche Zensur einzuführen, wenn gewährleistet würde, dass wirklich wichtiges gezeigt wird. Da aber nunmal jeder Mensch anders denkt und so diese Entscheidung subjektiv beeinflusst werden würde, ist diese Art der Zensur nicht möglich.

      Oder sollten wir an den Grundfesten unserer Demokratie festhalten und die Grundgesetze einhalten und somit jegliche Zensur unterbinden?

      Dies muss jeder für sich selbst entscheiden...

      Wie sähe eine mögliche Lösung aus?
      Es wird ein neuer Staat gegründet...diese Art der Zensur wird klar im Gesetz festgehalten. Jeder der in diesen Staat zieht, weiß somit worauf er sich einlässt, also sind Beschwerden von dieser Seite aus ausgeschlossen. Es müsste ein System der Datenfilterung entwickelt werden, das Daten auf ihre Wichtigkeit prüft...Indikatoren dabei wären zb Politik, Militär, Nachrichten über globale Auswirkungen, Medizin usw.

      Die Frage ist nun, ob so ein System umsetzbar ist.
      Ich stehe dem kritisch gegenüber...aber ein Versuch wäre es wert.
      Original von Snake
      Wie sähe eine mögliche Lösung aus?
      Es wird ein neuer Staat gegründet...diese Art der Zensur wird klar im Gesetz festgehalten. Jeder der in diesen Staat zieht, weiß somit worauf er sich einlässt, also sind Beschwerden von dieser Seite aus ausgeschlossen. Es müsste ein System der Datenfilterung entwickelt werden, das Daten auf ihre Wichtigkeit prüft...Indikatoren dabei wären zb Politik, Militär, Nachrichten über globale Auswirkungen, Medizin usw.

      Die Frage ist nun, ob so ein System umsetzbar ist.
      Ich stehe dem kritisch gegenüber...aber ein Versuch wäre es wert.


      Ich denke nicht, dass so etwas funktionieren würde, alleine schon dadurch, dass man bei dem Versuch, relevantes heraus zu konzentrieren, auf kurz oder lang eine sehr viel globarere Perspektive erreicht, die wiederum eine Informationsflut bedeutet, die "nur" ein Staat als darüber herrschende Kraft kaum bewältigen könnte.
      Auch ist der Mensch eine zu spaßfixierte Kreatur, würde ich z. B. anstatt hier auf NG zu philosophieren dazu gezwungen, mich ausschliesslich mit medizinischen Neuentwicklungen/-entdeckungen zu befassen, hätte ich sehr bald keinerlei Konzentration mehr dafür, obwohl das in der aktuellen Realität sogar noch zu meinen Hobbies zählt. Der Geist braucht einfach auch Leerlauf von Dingen, "die man halt wissen muss", denn es wird immer politik- oder sonstwas-unbegeisterte Leute geben, denen solche Informationen ganz einfach mal hinten vorbei gehen.
      Um Menschen für so ein System vor zu bereiten, müsste man erst ein komplexes Erziehungsschema entwickeln, das darauf aufbaut, bis ins hohe Alter das Belohnungszentrum des Gehirns beim Erhalt Information aller Art an zu sprechen - eine Eigenschaft, die ab einem gewissen Alter im Normalfall eben aussetzt, weil sich Vorlieben und Interessen entwickeln.
      Und selbst bei der erfolgreichen Entstehung einer solchen Gesellschaft, wäre das nächste Problem bereits die Folgegeneration, denn Kinder sind kreativ und entwickeln Spiele, egal unter welchen Bedingungen sie Aufwachsen. Über diese wollen sie sich logischer Weise austauschen und das auch, wenn es sich um Kids handelt, die eben aus dieser "Spielphase" nie "herauswachsen". Die Ideen werden komplexer, entwickeln kleine Gemeinschaften - Game Designer spriessen nicht in in Treibhäusern auf Wunsch aus dem Boden sondern basieren auch auf einer "Berufung". Die soziale Ader der Menschheit würde den Rest erledigen und schon besteht der Wunsch, nicht wirklich relevante Informationen zu emanzipieren.

      Das Problem ist aber, dass wir eine Zensur, zwar nicht in dieser Richtung aber dennoch, bereits erleben, denn - und wieder muss ich an Snakes Kommentar anschliessen - was sich bewährt, wird weiter verwandt, der Mut, neue Genres zu entwickeln verliert sich zusehends, ein "Geldfilter" liegt über der Entwicklung der Medien und wird nach und nach straffer gezogen.
      Die "Gegenpartei" sind eben Menschen, die sich mit den "wirtschaftlich/medizinisch/militärisch" wichtigen Informationen ausschliesslich befassen, was durchaus ein Grund zur Sorge ist, wenn wir ein paar Evolutionsforschern glauben dürfen, dass der Mensch genetische Anzeichen dafür aufweist, dass sich seine Rasse künftig in zwei Richtungen aufspliten wird: Eine geistig nicht extrem weit, dafür körperlich umso kräftiger entwickelte Rasse und das genaue Gegenteil davon in Form von äusserst klugen, physisch nicht sonderlich widerstandsfähigen Gestalten.
      Der Gedanke einer "Herrscherrasse" und einer "Arbeiterhorde" ist nur noch wenige Schritte entfernt, sollten diese Forscher Recht behalten. Und in diesem Fall wird sich die Menschheit auch zwangsläufig auf eine derartige Zensur zu bewegen, in der es vielleicht "seichte" (also die blutige, stumpfe) Unterhaltung für die Arbeiter gibt, der Großteil der Informationen aber nur für und von den Denkern konserviert wird.
      Letztere könnten dabei durchaus die Eigenschaft entwickeln, Freude an solcher Informationsverarbeitung zu empfinden.


      ...War das jetzt zu OT? Wenn ja, löscht das ruhig ohne Kommentar. ^^''
      No weapons.
      Just words.
      Pah, wieso löschen?

      Ganz wichtig, was du hier ansprichst. Unsere Generation kommt ohne diese Informationen, die GW als "unnütz" ansieht, gar nicht mehr aus. Würde sie diese Informationen weggenommen bekommen, könnte sie sich irgendwann nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren, weil sie davon erdrückt wird.
      Ausklang, einfach mal etwas tun, was nicht zu viel Sinn hat, bringt nicht nur Abwechslung, sondern auch einen Rhythmus in unser Leben, dem wir uns nicht entziehen können. Das eine kann nicht ohne das andere.
      Daher ist es gefährlich und fast unmöglich, Informationen zu filtern. Das könnte in einer Katastrophe ausarten, sonst bekommen wir hier eine Herrenrasse, wie das Ayama schon sagte ^^
      Stimmt hier wird nix gelöscht :D Ist sowieso ein Thema, dass sich nicht so direkt auf MGS2 bezieht sondern bildet hier MGS2 bloß eine Brücke, um den Hintergrund dieser Fragestellung zu verstehen. Die Frage an sich aber bezieht sich auf unsere Gesellschaft, weshalb hier auch jeder mitreden kann, auch wenn er MGS2 nicht gespielt hat. ;)

      Traut euch Leute^^

      So zurück zum Thema...stimmt...eine reine Informationsmedien würden fehlschlagen, da der Mensch die Lust und die Konzentration verlieren würde ohne Abwechslung in Form von sinnlosen Spaßmedien.
      Genau darin liegt der Knackpunkt, den es zu lösen gibt...wie kann man diese Spaßmedien so verändern oder kürzen, sodass der Mensch nicht die Konzentration an den Informationen verliert. Man müsste also meiner Meinung nach die Spaßmedien kürzen, nicht komplett zensieren, sodass der Mensch seine Phase zum Abschalten hat. Diese Phase wird halt nur auf das Minimum reduziert. Nun stellt sich die Frage, ob der Mensch sich das gefallen lassen würde, da er ja viel mehr Spaßmedien gewohnt ist...wenn man es radikal kürzen würde gäbe es bestimmt Proteste, weshalb langsam daraufhin gearbeitet werden müsste. Heißt nach und nach werden die Spaßmedien reduziert, bis sie auf ihrem Minimum sind. Also wie bei einer Entziehungskur.
      Dann muss man nur noch das Resultat betrachten...bringt das alles überhaupt etwas?
      Eine schwierige Frage, da man das nicht sagen kann bevor man es probiert hat...was denkt ihr dazu?
      Kann so ein Konzept aufgehen? Bringt es überhaupt positive Resultate? Würden die Menschen mitspielen?
      Die Menschen würden Aufschreien, wenn man ihren Zugriff auf die Unterhaltungsmedien kontrollieren (kürzen) möchte, da die meisten der Illusion unterliegen, sie hätten diesbezüglich komplette Freiheit (was, seien wir ehrlich, einfach so konkret nicht stimmt, auch wenn die Gründe dafür im Augenblick noch plausibler scheinen als die Vision einer auf puren Nutzen konzentrierten Gesellschaft).
      Schwierig dürfte es auch werden, weil Unterhaltung sehr viel mit Fantasie zu tun hat (auch wenn die Abwechslung da in der Vergangenheit stark nachgelassen hat) - Fantasie und abstraktes Denken müssen gefördert werden, will man nicht erreichen, dass die Menschen zwar relevante Informationen speichern wie wandelnde Bibliotheken, ohne das Wissen aber konstruktiv anwenden zu können.
      Wenn man es aber fertig bringt, die Kreativität der Menschen zu fördern, ohne sie in den Unterhaltungsbereich "abrutschen" zu lassen, dann würde ich einen Sinn hinter dieser Gesellschaftsform durchaus erkennen; wenn das Gleichgewicht zwischen "Wissen" und "wissen wie"(!) ausreichend ist und die gespeicherten Informationen entsprechend direkt angewandt und Ideen umgesetzt werden können, dürfte das Ergebnis sicherlich nicht schlecht aussehen.
      Allerdings wäre das irgendwo eine "Ausmerzung der Dummheit", bei der früher oder später immer die Grenzen festgelegt werden müssen, wie nun jemand logisch zu denken hat, was wirklich relevant ist etc. - und wer möchte diese Verantwortung tragen? Wir schaffen es ja zum Bleistift aktuell nicht einmal eine Gruppe von Menschen zusammen zu stellen, die in der Lage ist, die Bürokratie dieses Landes unter Kontrolle zu bringen.

      Im "besten" Fall würde so eine Gesellschaft extrem intelligente Menschen hervor bringen - und diese würden vermutlich emotional zu Grunde gehen, wenn sie aus ihrer perfekten kleinen Blase heraus beobachten, was sich der Rest der Welt antut. Darunter leiden ja jetzt schon auffällig viele.
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