Das schlimmste Ereignis

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      Das schlimmste Ereignis

      Hallo Leute,


      jetzt wirds philosophisch :D
      Nicht, nicht direkt. Ich würde gerne eure Meinung hören:

      Wenn ihr mal in euch geht und sämtliche Erfahrungen spielen lasst - sei es Lebenserfahrung, Literatur, Videospiele... welcher Moment (er muss gar nicht geschehen sein, er kann auch vollkommen fiktiv sein) ist der abgrundtief Schlechteste?
      Paraphrasiert: Welcher Moment wäre so schrecklich und "aus der Bahn werfen", dass ihr ihn niemals erleben wolltet oder niemandem wünschen würdet, dass er jemandem wiederfährt.

      Ihr braucht nicht imtim zu werden, es muss gar nicht aus eurem Leben sein.
      Kommt euch das irgendwoher bekannt vor? Welcher Moment ist der Schlimmste?

      Ich bin nicht depressiv oder so, es ist ein kleines Experiment ;)


      Würde mich freuen, wenn ich viele Stimmen bekomme.

      Viele Grüße,
      JayJay
      Der schlimmste Moment in meinem bisherigen Leben war der Tot meiner Mutter. Am Tag zuvor haben wir noch ihren Geburtstag gefeiert und in der darauf folgenden Nacht kam ein Anruf vom KH das wir schnell kommen sollten...

      Von jemanden, der mir sehr viel bedeutet, plötzlich und unerwartet verlassen zu werden ist für mich das Schlimmste.
      Yarp. Das klingt jetzt wahrscheinlich langsam sehr nach Klischee, wenn ich das auch noch verkünden lasse, aber der Verlust einer aufrichtig geliebten Person ist schrecklich. Schlimmer kann es eigentlich nur noch werden, wenn man diesen hätter verhindern können und es aus welchen Gründen auch immer nicht tat, oder aber selbst die Schuld daran trägt.

      Seltsam eigentlich, es gibt so viel Schlimmes, angefangen vom Verlust der Heimat über Gefangenschaft, Folter, furchtbare Dinge, aber ich würde jederzeit gerne wieder Schmerzen bis zur Ohnmacht auf mich nehmen, bevor ich jemand anderen leiden oder gar qualvoll sterben sehen muss. *Schulter zuck* Ich schätze einfach, das schiebt diese ganze Geschichte wirklich weit nach oben auf der Relevanzleiter.
      Mit dem friedlichen Dahinscheiden so eines Menschen/Tiers hingegen kann ich schon sehr viel eher leben, obwohl das Ende in jeder Form auch nur Teil des Ganzen ist.
      No weapons.
      Just words.
      Es gibt wirklich nur eine einzige Sache, vor der ich Angst habe:
      Als alter Mann - eventuell im Sterben liegend - zu erkennen, dass ich diese einzige Chance, die mir das Leben geboten hat, nicht genutzt zu haben. Nicht getan zu haben, was ich wollte, meine Ziele nicht erreicht zu haben, einer aus der grauen Masse zu sein, an den sich niemals jemand erinnern wird, die Welt nicht bereichert zu haben und mich an zu viele "hätte ich mich doch anders entschieden" Moment zu erinnern... kurz um: Mein einziges Leben, vieleicht auch nur in meinen Augen, verschwendet zu haben.
      a sixty ton angel falls to the earth
      a pile of old metal a radiant blur
      scars in the country, summer and her

      always the summers are slipping away
      porcupine tree
      Als ich 15 war ist meine beste Freundin gestorben. Das war der schlimmste Moment in meinem Leben und daraufhin folgte auch die schlimmste Zeit in meinem Leben. Mir war alles scheißegal und ich habe viele viele dumme Sachen ausprobiert.
      Es gibt nichts schlimmeres, als einen Menschen zu verlieren der einem viel bedeutet hat.
      So tief ist der Hintergrund gar nicht.

      Ich habe selbst viele Menschen verloren. Meine Mutter als ich noch sehr jung war, meinen Kindheitsfreund (ich mache mir heute Vorwürfe, dass ich ihn alleine gelassen habe), viele Verwandte in kürzester Zeit...
      Das sagt man so daher: Tod ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Der Tod von Freunden, Verwandten, geliebten Menschen... klar ist das tragisch, aber ist das wirklich der Gipfel? Wenn man einen geliebten Menschen verliert, dann ist das eine Zeit lang tragisch und traurig, irgendwann holt der Schmerz einen wieder ein, aber ist man nicht irgendwann einmal drüber hinweg gekommen?
      Welcher Schmerz ist nicht zu überbrücken? Gibt es so etwas?

      Ihr habt vermehrt vom Tod geredet, was ich verstehen kann. Aber besonders solche Dinge sind mir aufgestoßen:

      von Ignis:
      Die Angst davor, alleine zu sein. Irgendwann niemanden mehr zu haben, völlige Einsamkeit erleben.


      von Ayama:
      aber ich würde jederzeit gerne wieder Schmerzen bis zur Ohnmacht auf mich nehmen, bevor ich jemand anderen leiden oder gar qualvoll sterben sehen muss.


      von Nobody:
      Als alter Mann - eventuell im Sterben liegend - zu erkennen, dass ich diese einzige Chance, die mir das Leben geboten hat, nicht genutzt zu haben. Nicht getan zu haben, was ich wollte, meine Ziele nicht erreicht zu haben, einer aus der grauen Masse zu sein, an den sich niemals jemand erinnern wird, die Welt nicht bereichert zu haben und mich an zu viele "hätte ich mich doch anders entschieden" Moment zu erinnern... kurz um: Mein einziges Leben, vieleicht auch nur in meinen Augen, verschwendet zu haben.



      Warum? Weil ich einfach denke, dass es weitaus Schlimmeres gibt, als einen wichtigen Menschen zu verlieren. Dinge, die uns härter Treffen, über längere Zeit zerstören und zwar OHNE Aussicht auf Besserung.

      Ich denke, der Tod eines geliebten Menschen kann richtig grausam sein. Ich habe das selbst erfahren... aber diese Menschen wünschen sich, dass wir glücklich sind.
      Viel Schlimmer sind Dinge, die uns so stark zerfressen, dass wir nicht drüber hinweg kommen. Natürlich kann das auch der Tod eines geliebten Menschen sein!
      Aber man sollte sich im Klaren darüber sein, dass das nicht das Einzige ist, das uns zerstören kann.

      Vielleicht werden wir daraus stärker ;)
      Ich denke, dass es immer darauf ankommt, wie wir selbst sind. Sind wir so, dass wir wirklich darüber hinwegkommen können? Oder haben wir nicht die Kraft dazu?

      Jeder Mensch ist anders und jeder verarbeitet die Dinge auf seine eigene Weise oder überhaupt nicht.

      "Über etwas hinweg kommen" ist ein relativ dehnbarer Begriff. Der Tod gehört zum Leben und fast jeder lernt früher oder später, ihn als Teil des Ganzen zu akzeptieren, so wie auch jeder eine eigene Art hat, mit solchen Verlusten um zu gehen. Das hat vielleicht - bzw. wahrscheinlich - auch etwas mit dem Umgang mit gewissen Emotionen zu tun, es ist wie Liebeskummer - erst im Schmerz wird einem Liebe bewusst, nimmt extremer fühlbare Gestalt an und ist somit ein wertvoller Beweis des Lebens und der Empfindungsfähigkeit, ohne die ich nicht sein wollte.
      Konkret unangenehmer sind dadurch natürlich eher "alltägliche" Leidenssituationen, Stress, wenn man es so bezeichnen will, aber das sind Dinge, die sich einfach nicht pauschalisieren lassen, weil jeder, abhängig von Umfeld, Charakter und vielem mehr, in seiner eigenen Hölle verweilt und kaum erahnen kann, welches Leid hinter den Gesichtern anderer glüht. Ich fürchte, nicht einmal auf eine einzige Person bezogen kann man das wirklich zusammenfassen, weil einfach jeder in entsprechend unschönen Situationen meist diese als das Schlimmste wahr nimmt, weshalb über einen längeren Zeitraum hinweg auch der Blick auf die eigene Seele verschwimmt.
      Ich schätze, die genannten Ereignisse/Befürchtungen sind aber einfach deshalb erwähnt worden, weil es meist Dinge sind, die einen auf einer anderen, tiefer empfundenen, Ebene berühren, eben mehr "an die Substanz gehen", als die eigentlich drängenderen "trivialen" (ich mag dieses Wort nicht..) Probleme.
      No weapons.
      Just words.
      Hmm...ich kann eure Meinungen, dass es Schlimmeres als den Tod eines geliebten Menschen gibt nicht wirklich nachvollziehen.
      Vielleicht liegt es daran, dass ich damit noch nicht wirklich konfrontiert worden bin. Meine beiden Uromas sind gestorben, aber zu denen hatte ich wenig Kontakt, sodass mich ihr Tod nicht allzu sehr getroffen hat.
      Allerdings kann ich mir nichts schlimmeres vorstellen, als den Tod meiner Eltern zum Beispiel.
      Ich glaube ich würde meines Lebens nicht mehr froh werden...
      Natürlich ist die Trauer und der Schmerz in der ersten Zeit am schlimmsten, aber ich glaube wirklich darüber hinwegkommen würde ich nie.

      Ich war nie jemand der schwerwiegende Probleme hatte, der sich viel zu Herzen nimmt oder der sich von "Kleinigkeiten" oder Alltagsproblemen extrem runterziehen lässt.
      Ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass wirklich etwas sehr Extremes passieren muss, damit ich richtig am Boden zerstört bin.
      Und da kann ich mir einfach nichts schlimmeres vorstellen als den Tod eines geliebten Menschen.
      ist zwar schon älter das thema aber ich wollte hier trotzdem mal antworten

      für mich war das schlimmste die zeit nach der geburt meines sohnes. zuzusehen wie er leiden musste auf der intensivstation und ich ihm nicht helfen konnte. am anfang durfte ich ihn nicht mal anfassen. andauernd irgendwelche zettel unterschreiben zb für bluttransfusionen und die worte der ärzte die keine hoffnung gaben. der transport in ein anderes krankenhaus wo ich nicht bei ihm bleiben konnte und nächtliche anrufe der intensivstation wegen einwilligungserklärungen. das waren die schlimmsten 3 wochen in meinem leben.

      mein kleiner kämpfer hat es überstanden (womit keiner gerechnet hat) und nun muss ich mit der angst leben das jederzeit das gleiche drama auf den kleinen zukommt und man nicht weiss ob es dann auch gut geht.

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