[SPOILER!!] BioShock Infinite Theorien

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      [SPOILER!!] BioShock Infinite Theorien

      Da Infinite gerade zu zur Diskussion und Interpretation einlädt, habe ich mir gedacht, ich mache dafür einen neuen Thread auf, damit man auch ohne schlechtes Gewissen spoilern kann.

      Für alle, die das Spiel noch nicht durch haben aber gerade dabei sind oder sich später das Spiel kaufen werden: NICHT WEITERLESEN !!!! Ihr verderbt euch die schöne Geschichte !
      Zum besseren Verständnis, fange ich mal mit einer Timeline an.
      Ich übernehme keine Gewehrleistung, dass sie richtig ist. Also wenn ihr Fehler darin seht, teilt es mir bitte mit, wenn ihr Unstimmigkeiten seht. Dann korrigiere ich das umgehend.

      Wie schon im Spiel beschrieben, geht es in Infinite darum, dass jede Entscheidung, die ein Mensch trifft, eine oder mehrere neue Welt(en) erzeugt, in denen er eine andere Entscheidung getroffen hat. Das heißt es gibt annähernd unendliche viele Welten, mit den selben Konstanten (in diesem Fall hier Booker und Elizabeth) und Variablen (jede Entscheidung kreiert eine neue Welt).







      1. Booker DeWitt kehrt von Wounded Knee zurück. Dort hat er schreckliche Taten vollbracht, um sich den Respekt seiner Kameraden zu sichern. Er fühlt sich schuldig, will sich von seinen Sünden reinwaschen lassen. Hier ist der Knackpunkt des Spiels.

      Lässt sich DeWitt taufen, wird er zu Comstock (rote Linie). Lässt er sich nicht taufen, bleibt er Booker DeWitt (blaue Linie). Diese Entscheidung bildet also 2 Paralleluniversen.




      (3) Der nicht neugetaufte Booker fristet sein Leben, er scheint an der Flasche zu hängen und Spielschulden zu haben. (Büroszenen) Irgendwann wird er Vater von Anna.

      (2) Im Comstock Universum ist Comstock bei der Gründung von Columbia beteiligt. Er trifft Lutece, die/der brilliante Wissenschaftler(in) ist der/die Erfinder(in) des Quantenpartikelantriebs, der Columbia schweben lässt. Zudem forscht Lutece an der Maschine, die Risse zwischen Dimensionen öffnen kann. Durch Zufall entdeckt sie dabei ein alternatives und andersgeschlechtliches Ich in einer anderen Dimension, die genau die selben Tests durchführt.

      (4) Comstock selbst wird von dieser Maschine sterilisiert , kann somit keinen Erben erzeugen. Um dies zu beheben, bedient er sich an den Luteces und ihrer Maschine und lässt Lutece Anna holen. Vermutlich hat Comstock DeWitt Geld zukommen lassen, damit dieser seine Spielschulden begleichen kann, im Tausch gegen Anna.

      Booker merkt , welch großen Fehler er begangen hat und versucht Comstock und die Luteces aufzuhalten. Dabei wird Elizabeth kleiner Finger abgetrennt und bleibt in Bookers Universum zurück. Dadurch, dass Elizabeth nun in 2 Dimensionen gleichzeitig exisitiert, erhält sie die Kräfte , Risse zu öffnen.
      Zudem kommt der männliche Teil der Luteces auch nach Columbia. Er verliert einen großen Teil seiner Erinnerungen und setzt sich neue zusammen.


      Während Booker von Schuldgefühlen zerfressen wird und 20 Jahre sich selbst läutert (Brandmal), sperrt Comstock Elizabeth in den Turm und entzieht ihr mit dem Syphon den Großteil ihrer Kräfte, damit sie nicht flüchten kann.
      Zudem tötet er alle Mitwisser, da nicht publikgemacht werden darf, dass Elizabeth nicht Comstocks richtige Tochter ist. Darunter auch die Luteces. (5) Er zerstört ihre Maschine während der Benutztung.

      Sie werden dadurch in der Raum/Zeit verstreut und starten ein neues Experiment. Ob ihre Intention Schuldgefühle, Rache an Comstock oder einfach nur ihr Wissensdurst ist, wird meines Wissens nicht aufgedeckt.
      Sie öffnen also einen Riss für Booker, damit er Anna wieder zurückholen kann.

      Auf Grund des Dimensionwechsels , verliert Booker einen Großteil seiner Erinnerungen und sein Gehirn schustert sich eine veränderte Vergangenheit zusammen, in der er beauftragt wird Elizabeth zu retten, um seine Schuld zu tilgen. Das selbe Phänomen,dass auch Robert Lutece durchmachen musste.

      "The mind of the subject will desperately struggle to create memories where none exist..."

      Dies ist der eigentliche Start des Spiels. Nun versucht Booker Elizabeth/Anna zu retten. Und gerät in eine Zeitschleife (6), da er immer scheitert Elizabeth zu retten (entweder stirbt er oder Songbird holt sich Elizabeth). Stirbt man startet man immer wieder in Bookers Büro und steigt in den Riss (was man graphisch nicht so darstellen konnte, ohne zu spoilern, also öffnet man die Tür). Das heißt also, dass die Luteces , nach dem Ableben von Booker wieder zurück an den Anfang reisen und ihn von dort holen und wieder am Todespunkt einsetzen.

      Zu Beginn des Spiels unterhalten sich die Luteces darüber, dass Booker niemals rudern wird. Sie wissen es , weil sie schon unendlich oft mit Booker zum Leuchtturm gerudert sind und er dabei niemals selbst gerudert ist. Außerdem reden sie über ein Experiment, dass zum Scheitern verurteilt ist, weil es niemals klappen würde und fragen sich warum man überhaupt das Experiment führen sollte , von dem man weiß, dass es nicht klappen würde..... ja, hier ist von Booker die rede.

      Einen weiteren Hinweis gibts am Ende, in dem gezeigt wird, wie die Luteces Booker in den Riss zerren. Sie beschwere sich, dass sie es mit Booker so schwer haben. D.h. sie zerren ihn nicht zum ersten Mal durch den Riss.

      Erinnert ihr euch an die Szene mit den Luteces und dem Münzwurf ? Beim ersten Spielen dachte ich, dass dies eher eine öffentliche Befragung ist. Ist es jedoch nicht. Es zeigt, wie oft Booker schon versucht hat, Elizabeth zu retten und wie oft er dabei gescheitert ist. Fällt der Groschen ? ;) Ein eher beläufiges Detail , hat so viel versteckte Aussage,deshalb liebe ich dieses Spiel.

      Eine weitere interdimensionale Kreuzung ist die Szene , in der sich Elizabeth opfert (7) , und mit Songbird zurückkehrt um Bookers Leben zu retten. Diese Szene ist wichtig, da Elizabeth Booker kennen muss und dieser nicht tot sein darf. Denn dadurch wird eine Dimension erschaffen (lila Linie), in der Booker nach DIESER Trennung es nicht schafft Elizabeth zu retten. Sie wird fast all ihrer Kraft beraubt, gefoltert und tritt dann das Erbe von Comstock an, da sie enttäuscht von Bookers gebrochenem Versprechen, sie zu retten und den Qualen genau zu dem wird, was Comstock wollte.

      Um diesen Kreislauf zu durchbrechen (an mehreren Orten kann man das Lied : Will the Cycle be Unbroken hören), erschafft diese Elizabeth (Comstock-Erbin) mit ihren letzten Kräften einen Riss und holt Booker, der gerade versucht Elizabeth erneut zu befreien in ihre Dimension und übergibt ihm die Noten zur Steuerung von Songbird und schickt ihn wieder zurück. ( 8 )

      Booker tötet Comstock, doch Elizabeth erkennt, dass dies nicht den geringsten Unterschied macht, solange es Songbird noch gibt. Um ihn zu vernichten braucht sie all ihre Kräfte, also nutzen sie die Noten um Songbird den Syphon zerstören zu lassen und mit den freigesetzten Kräften tötet sie Songbird.

      Da es jedoch unendliche viele Comstocks in unendlich vielen Dimensionen gibt, gibt es nur eine Möglichkeit, um die Entführung von Anna zu verhindern:

      (9) Man muss Comstock bei seiner Taufe töten. Dazu reisen Booker und Elizabeth zurück und Booker realsiert hier, dass er beides ist und lässt sich von Elizabeth und ihren alternativen Versionen ertränken. (Braune Linie)

      Somit hat es nie einen Propheten Comstock gegeben. Anna wurde nie geholt und Elizabeth hat nie exisitiert, weshalb sich die Versionen von Elizabeth alle auflösen.

      Zurück bleiben nur Booker und Anna.
      Mehrmals im Spiel ist das Lied "Will the Circle be Unbroken" zu hören. Und dieses Lied passt so peferfelt für dieses Spiel, dass man sich fragen muss:

      Hatte Levine bei der Erschaffung dieses Spiels die ganze Zeit dieses Lied im Hinterkopf oder passen Song und Spiel nur zufälliger Weise so gut zusammen ?

      Der Song wurde 1907 von Ada Habershon und Charles Gabriel geschrieben. Das heißt er wurde wahrscheinlich nicht von Fink durch einen Riss gehört, sondern war zu der Zeit , in der das Spiel spielt (1912) , noch relativ modern.

      Will the Circle be Unbroken wird häufig in Kirchen und Gospelveranstaltungen gesungen. Es gibt noch eine leicht abgänderte Version von A P Carter (Can the Circle be Unbroken), die als Beerdigungsmusik komponiert wurde.



      Hier mal die Lyrics:

      There are loved ones in the glory
      Whose dear forms you often miss.
      When you close your earthly story,
      Will you join them in their bliss?

      CHORUS:
      Will the circle be unbroken
      By and by, by and by?

      Is a better home awaiting

      In the sky, in the sky?




      In the joyous days of childhood
      Oft they told of wondrous love

      Pointed to the dying Saviour;

      Now they dwell with Him above.


      (Chorus)

      You remember songs of heaven
      Which you sang with childish voice.
      Do you love the hymns they taught you,
      Or are songs of earth your choice?

      (Chorus)

      You can picture happy gath'rings
      Round the fireside long ago,
      And you think of tearful partings
      When they left you here below.

      (Chorus)

      One by one their seats were emptied.
      One by one they went away.Now the family is parted.
      Will it be complete one day?


      (Chorus)


      Bioshock Infinite Soundtrack - 03 - Will The Circle Be Unbroken (Choral Version) - YouTube


      Was mich so beeindruckt ist, dass in diesem Lied 3 Themen vorkommen, die perfekt auf Infinite zu treffen:

      1.) Das offensichtliche zuerst -> Die Trennung der Familie.

      Whose dear forms you often miss.
      And you think of tearful partingsWhen they left you here below.
      Now the family is parted.Will it be complete one day?

      Nun geht das Lied sicherlich über den Tod von geliebten Menschen, doch man kann den Text auch perfekt für die Trennung von Booker und Anna gebrauchen


      2. Die Wolkenstadt Columbia
      Im Lied geht es eindeutig um den "Nach-Tods"-Himmel, doch einige Zeilen passen auch perfekt auf Columbia, dass ja als Eden angesehen wird. Ein besserer Ort.
      When you close your earthly story,Will you join them in their bliss?
      Now they dwell with Him above.

      When they left you here below.

      Is a better home awaiting
      In the sky, in the sky?


      3. Der Loop

      Im Song geht es wohl darum, ob der Tod jemanden wieder zu seiner geliebten, bereits verstorbenen , Familie bringt.

      Man kann den Chorus aber auch perfekt auf den Loop anwenden. Wird es Booker schaffen den Kreislauf mit Elisabeth zu durchbrechen , oder setzt sich der Kreislauf wieder zusammen und Booker startet von neuem.
      Oh Hunk, ich muss meinen Hut vor dir ziehen.
      Ich habe das Game gerade durchgespielt und mich hat die völlige Verwirrung in einer derarten Brutalität allumfassend und berauschend erfüllt, dass ich mich am liebsten betrunken hätte. Durch deine mir absolut einleuchtende Erklärung der Basishandlung werde ich heute Nacht wohl doch schlafen können. Richtig stark, wie du die ganzen Zusammenhänge hier durchleuchtest. In meinem Kopf leuchtet gerade auch alles... :dead:

      Ich glaube, wenn man das alles beim zweiten und dritten Durchgang weiß, wird das Spiel noch viel mehr flashen, weil DANN die Zeitpunkt der kleinen Details gekommen ist! :D
      Danke lieber JJ :) Freut mich, wenn sich jemand die Zeit genommen hat, meine , zugegebenermaßen recht amateurhaften, Theorien zu verfolgen . Hab mittlerweile schon wieder 1,2 Fehler entdeckt und bessere sie gleich aus.

      Das Spiel hat auf jeden Fall sehr viel Potential zum diskutieren, gerade weil es eine Menge nur knapp andeutet und umreißt. Ich freue mich schon deine Theorien zu dem grandiosen Spiel zu hören :) Und ja, der 2. Durchgang ist sogar noch besser als der erste. Viele Unwichtigkeiten ergeben plötzlich einen Sinn und vollenden das Puzzle und die Geschichte. Schon das erste Sprachmemo (von Lady Comstock in der Eingangshalle) , ergibt einen wirklich ganz anderen Sinn, wenn man es anhört und schon weiß wie das Spiel endet.

      Im Prinzip ist das erste Sprachmemo eine Kurzzusammenfassung des Comstock/Booker Konflikts. Ach, ich liebe Levine :D
      Ich werd's nochmal zocken und mir dann einen Überblick über alles verschaffen, was mich reizt bzw. was ich gerne diskutieren/interpretieren würde.
      Wenn du Dinge änderst, bitte protokollieren (mit Edit oder so), weil's mich sehr interessiert, was sich geändert hat ;)
      Kleines Changelog


      Geändert hab ich folgende Sachen:

      1.) Robert kam erst nach der Abholung Annas in Comstocks Universum. Er ist sehr ängstlich und traut sich nicht durch den Riss. Das spricht dafür, dass Robert in Bookers Dimension heimisch ist.

      Zitat hinzugefügt

      Ich hatte fälschlicher Weise davon geschrieben, dass er schon zuvor nach Columbia kam.

      2.) Comstock durfte nicht nach der Taufe getötet werden , sondern dabei oder kurz nachdem er den Entschluss gefasst hatte.

      In meinem Urentwurf schrieb ich, dass er nach der Taufe getötet werden müsse.

      3.) Ich hatte geschrieben, dass Comstock die Luteces tötete und sie allein durch ihr Wissen weiterexistierten. Das ist natürlich völliger Quatsch :D
      Scheinbar hat Comstock die Maschine zerstört, während sie von den Luteces benutzt wurden und sie verteilten sich dadurch in der Raumzeit.
      Bereut Booker wirklich ?

      Wenn man sich BioShock Infinite zur Brust führt, trifft man immer wieder auf Dialoge, in denen Booker betont, wie sehr er seine Vergangenheit bereut und sich selbst dafür schämt.

      Nun erstmal sei gesagt, dass ich das zentrale Thema dieses Spiels für "Scheitern" und nicht für Trennung halte.
      Wenn man beide Persönlichkeiten, also Comstock und Booker, betrachtet, so kann man mit Sicherheit sagen, dass beide keine Helden sind.

      Booker, ein trinkender Spieler, der wegen seinen Spielschulden sein Kind verkauft und Comstock, der religiöse und xenophobe Sektenführer. Beide scheitern. Beide unendlich oft.

      Dazu sei nochmal gesagt, was Booker genau bereut:

      Hauptsächlich seine Taten in Wounded Knee, einem Massaker des 7. US Kavallerie an Sioux Indianern. (Einer der Auslöser von Wounded Knee war der sog. "Ghost Dance" ein Ritualtanz, der von einem Propheten des Paviotsostamms in einer Vision gesehen wurde. Dieser solle die Indianer von den Weißen befreien und in das Paradies führen.)

      Soldaten verbreiteten das Gerücht, dass Booker indianische Wurzeln hat und wurde fortan von seinen Kameraden ausgeschlossen, beschimpft und gemieden. Um sich den Respekt seiner Kameraden erneut zu sichern, ging er bei der Schlacht von Wounded Knee äußerst grauenvoll vor und tötete auch wehrlose Frauen und Kinder.

      Nun könnte man meinen jemand der seine Sünden so sehr hasst, würde sich zurückziehen und nichts mehr wiederholen, was mit Töten oder Gewalt zu tun hat. Was aber macht Booker ? Er schließt sich der Pinkerton Agentur an. Einer Mischung aus Geheimdienst und Söldnern und wird Streikbrecher. Die Streikbrecher wurden von Fabrikbesitzern angeheuert um streikende Mitarbeiter (notfalls auch mit Drohungen und Gewalt) einzuschüchtern und sie ohne Gewerkschaft oder besonderen Rechten zum Arbeiten zu bewegen. Kein Wunder , dass Fink ihn also als neuen Chef seiner Sicherheitsabteilung sehen will, Booker hat schon Erfahrungen mit dem Niederschlagen von Sklavenaufständen.

      Und was folgt darauf ? Um seine Schulden zu bezahlen, tötet er unzählig viele Polizisten und Soldaten von Comstock. Teils auf grausame Weise (Skyhook, Enthauptungen) und schließlich den wehrlosen Comstock selbst.

      Mach so etwas jemand, der seine Gewalt verabscheut ?

      Der eigentliche Anstoss , der mich diese Frage stellen ließ , war jedoch ein anderer:

      In den zahlreichen Szenen in Bookers Büro, kann man einen Glasrahmen, der Abzeichen der 7. Kavallerie enthält, im hinteren Teil seines Zimmers begutachten.
      Es ist, neben seiner Pinkerton Akte, Alkohol und Wettscheinen, der einzige Gegenstand in seinem Büro.

      Also, nach all dem, was er im Spiel sagt, warum sollte er diese Abzeichen wie Trophäen in seinem Büro präsentieren ? Würde jemand der bereut nicht versuchen alles, was ihn an seine Sünden erinnert , zu entfernen ?

      Was mich wieder einem meiner ersten Sätze bringt: in dem Spiel geht es um das Versagen.
      Die einzige Zeit in Bookers Leben , in der er sich nicht als Versager fühlte , war dies vielleicht Wounded Knee ? Weil er dort respektiert wurde (Monologe von Slade)? Weil er dort Macht hatte ?

      Betrachtet man nun nochmal die Szene seiner Taufe genau. Verhält sich Booker dort wie jemand, der einfach zu sehr bereut, um getauft zu werden. Der nicht glaubt, dass ein Ritual alles wieder gut machen könnte? Oder kriegt er auf einmal Panik, weil ihm das weggenommen wird, das einzige, bei dem er nicht vesagt hat ?

      Was sagt ihr ?
      Hm... nee. Würd ich nicht so sehen.
      Erstmal würd ich dir Recht geben: Das zentrale Thema ist Scheitern, denn erst daraus ergibt sich die Trennung. Scheitern tun tatsächlich beide. Bei Brooker haben wir es schon breit getreten. Was Comstock angeht: Er ist der große Führer, aber insgeheim ist er steril und alt. Er schafft es nicht, sich aus eigener Kraft Nachwuchs heranzuzüchten. Außerdem scheitert er darin, eine Utopie zu erschaffen. Am Ende zerfällt sie durch Vox Populi. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es nur Comstock ist, der nicht für nichts schämt und darauf beharrt, dass er im Recht ist. Immerhin foltert er Anna, nur um sein verquertes Weltbild auch in Zukunft durchzusetzen. Immerhin unterdrückt er Minderheiten, weil er Billiglöhner braucht. Fühlt er dafür Reue? Nein, er vergleicht in einem Tonband sogar einen Neger mit einem Hund und kommt zu dem Schluss, dass das Tier mehr wert ist (sinngemäß: "Ich hatte einmal einen Hund, der war loyal. Er war sogar loyal, wenn ich ihn geschlagen haben. Er war loyal, wenn er nichts zu essen bekommen hat." etc. etc. Fazit: Erst wenn der Neger sich auch so verhält, kann man ihn als Teil der Gesellschaft akzeptieren).

      Jetzt zu Booker: Dass er sich für Wounded Knee schämt, ist richtig. Dass er danach zu Pinkertons geht, sehe ich aber nicht als Zeichen dafür, dass er es immer noch liebt, Gewalt zu verbreiten. Die Pinkertons waren ja in erster Linie eine Art Geheimdienst, auch wenn sie sich mit der Zeit immer mehr die Hände schmutzig gemacht haben - Bioshock spricht jetzt speziell die Streikbrecher an. Ich denke eher, dass er sich Pinkertons angeschlossen hat, weil er keinen anderen Weg zur Reintegration in die Gesellschaft gesehen hat. So ging es ja auch vielen Soldaten, die aus dem Vietnam-Krieg kamen. Wo landeten die? Als Sicherheitsdienstler, Türsteher oder Alkoholleichen. Booker erlitt das gleiche Schicksal. Er macht nicht weiter mit seiner Berufung, weil es ihm gefällt, sondern weil er keinen anderen Weg sieht.
      Zu Bookers Büro: Was da genau hängt, unterstützt nicht zwangsläufig die These, dass er sich damit brüsten will. Er ist immerhin Privatermittler. Auszeichnungen im Zimmer hängen zu haben, geben seinen potenziellen Auftraggebern indirekte Entscheidungshilfen, diesen Menschen zu engagieren, da er ja anscheinend kompetent zu sein scheint. Ich kann mir aber vorstellen, dass Booker entweder lange keine Aufträge bekommen (immerhin hat er ja Schulden) oder dass er keine angenommen hat (resultierend aus seiner Depression). Deshalb liegen die Wettscheine auf dem Tisch. Die Trinkerei und Spielerei stellen eine Art Realitätsflucht dar, ähnlich wie bei den Vietnam-Soldaten (ich sag immer Vietnam, aber im Prinzip ist es gleich, welche Soldaten wir als Beispiel heranziehen. Golfkrieg, 2.WK... diese Depressionen findet man überall).

      Vielleicht sympatisiere ich auch zu sehr mit dir Figur, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Booker es zu sehr genießt. Ich glaube er tut es wieder, weil er es muss. Er hat den Auftrag bekommen, Elisabeth zu befreien und dafür muss er halt diejenigen töten, die ihn über den Haufen ballern wollen. Comstock ermordet er sicherlich aus Abscheu. Aber in dieser Szene finde ich es ehrlich gesagt ein wenig verständlich.

      Ich will aber nicht nur die eine Seite vertreten. Es gibt sicherlich auch Argumente dafür, dass Booker immer noch das Töten genießt. Beispielsweise Slates Zitat, dass ich schon in einem anderen Thread gepostet habe:

      „Sie haben dich nicht verdreht, Booker. Kein bisschen.“

      Das wäre ein gescheites Fundament für eine Hypothese, dass Booker immer noch der alte Killer ist. Was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass er es genießt, sondern einfach das Handwerk immer noch mit derselben Effektivität ausführt - egal wie sehr er sich dagegen wehren mag.


      Edit: Übrigens, der passende Anime zum letzten Satz lautet "Rurouni Kenshin". Kenshin erinnert mich ein bisschen an Booker in dieser Hinsicht. Nur dass der wirklich gar nicht mehr tötet :D
      Ich würde nicht soweit gehen , zu sagen, Booker genießt das Töten oder die Gewalt. Ich habe mich nur gefragt ob er es wirklich bereut.

      Ja, mit den Pinkertons gebe ich dir Recht und auch die Analogie mit den Vietnam Veteran finde ich für sehr gut.

      Zur Vitrine: Da gehen unsere Meinungen auseinander. Wenn jemand wehrlose Kinder und Frauen tötet und diese Tat wirklich vergessen will, sie wirklich bereut, der hängt nicht seine Abzeichen auf. So ist jedenfalls meine Meinung.
      Achtung: Ich sage nicht, dass er sich mit dem Massaker brüsten will. Ich denke einfach, dass für ihn die Zeit in der 7th Cavalry vielleicht die einzige Zeit in seinem Leben war, in der er von anderen Menschen bewundert wurde und nicht versagt hat.

      Hunk wrote:

      Ich denke einfach, dass für ihn die Zeit in der 7th Cavalry vielleicht die einzige Zeit in seinem Leben war, in der er von anderen Menschen bewundert wurde und nicht versagt hat.


      Da hast du Recht, zumindest im Sinne seiner Kameraden und Slate war er da ein "Held". Ob er sich jetzt sehnsüchtig an die Zeit zurück erinnert oder nicht, ist mir nicht ganz klar. Aber vorerst würde ich dazu tendieren, DASS er bereut. Vielleicht ändert sich meine Sichtweise noch mit weiteren Spieldurchgängen. Muss ja erstmal meinen zweiten beenden ;)

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