The Last of Us **SPOILER-Thread**

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      The Last of Us **SPOILER-Thread**

      Der offizielle SPOILER Thread zu The Last of Us.

      Hier könnt ihr über die Story diskutieren oder Theorien aufstellen.

      Alle , die das Spiel noch nicht zu Ende gespielt haben -> weiterlesen auf eigene Gefahr

      Viel Spaß :)




      Eine meiner 1.000 Lieblingsstellen, die ich beim 1. Durchlauf komplett übersehen habe:

      (Gallerie -> Filmsequenzen -> "Was für eine Aussicht"

      Nachdem Tess , Ellie und Joel das Museum verlassen, fragt Joel ob Ellie ok ist. Nach einem eher lustigen Dialog balanciert Ellie über eine Planke auf ein anderes Häuserdach und sie und Joel erblicken das Rathaus in der Ferne.

      Joel: Und ... ist es das was du dir erhofft hast?
      Ellie: Ich weiß noch nicht. Aber MANN was für eine Aussicht.

      Joel muss kurz lachen und achtet mal auf seinen Blick: es ist eine Mischung aus Bewunderung für Ellies Schlagfertigkeit und auch ein sehr warmer, freundlicher Blick. Etwas für den Griesgram Joel sehr ungewöhnliches.

      Das wichtigste kommt jedoch erst danach: Er blickt auf seine kaputte Uhr, die ihm Sarah geschenkt hat. Entweder hat ihn Ellie in dieser Szene sehr an Sarah erinnert oder er dachte, dass Ellie sich wohl sehr gut mit ihr vertragen hätte.

      Und weiter: Der sonst immer vorsichtige Joel versinkt in der Vergangenheit und sieht verträumt auf seine Uhr. Nur die harschen Worte von Tess reißen ihn aus den Erinnerungen und er wirkt darüber alles andere als glücklich.

      In der selben Szene ist auch ein wunderbares Beispiel für die grandios eingefangene Trotzigkeit eines Teenagers:

      Kurz bevor Ellie über die Planke balanaciert rät Joel ihr

      Joel: Ok, sei vorsichtig wenn du drüber gehst. Es ist ein bisschen...
      Ellie: Pssht. (Nach dem Motto: Das brauchst du mir nicht zu sagen, ich bin schon erwachsen genug)

      Der überraschte Ausdruck von Joel auf diese Antwort ist einfach Klasse :D
      So, zu deinem Ende-Spoiler von gestern:

      Dass Ellie Joels Lüge bemerkt hat, wurde ja auch sehr offensichtlich. Ellies Blick spricht Bände - für eine 14-Jährige ist sie sehr reif und musste einiges mitmachen. Sie hat schon so viel gesehen, dass sie intelligenter als die durchschnittlichen Jugendlichen in ihrem Alter ist (bzw. wie die Jugendlichen, wie wir sie kennen). Sam erschien mir übrigens auch relativ erwachsen, und der war ja auch nochmal ein Stück jünger als sie.
      Was mir aber gefiel, war, dass beide ihre kindische Seiten dennoch nicht zurückgehalten haben und diese ganz offensichtlich auch zeigten. Sam mit seiner Megaman-Figur und Ellie mit den Spielautomaten oder den Comics, Witzen etc. Der perfekte Zwiespalt in dieser Welt: Du musst erwachsen genug sein, um überleben zu können, aber du darfst niemals vergessen, wer oder was du bist.

      Auch wenn man Sam und Henry nur relativ kurz begleiten durfte, so fand ich den Tod der beiden einfach unglaublich schlimm... Ellie hatte endlich einen richtigen Freund, mit dem sie in gewisser Weise wieder etwas Kind sein durfte. Und dann die tragische Wendung: Er wird gebissen :( Darauf der Selbstmord von Henry.. da hatte ich schon mit Tränen zu kämpfen. Die Verzweiflung konnte ich voll und ganz spüren...

      Aber alles in allem würde ich mir auf keinen Fall wünschen, dass die Story anders verlaufen wäre. Wie bereits gesagt ist ganz besonders das Ende perfekt, wie es ist. Zu wissen, dass Joel nicht unbedingt der "Gute" ist, aber eigentlich auch nicht wirklich böse. Er wollte Ellie nicht verlieren, weil er sie lieben gelernt hat.. Und das ist einfach menschlich, ich hätte wohl auch so gehandelt.
      Er musste schließlich nicht nur den Verlust von Sarah ertragen... Vergessen wir nicht Tess. Es wird zwar nicht wirklich explizit gesagt, sondern nur angedeutet, aber mir schien es so, als wären die beiden zusammen, oder bilde ich mir das nur ein? Dass Joel sie geliebt hat war jedenfalls schon recht offensichtlich. Und ihr Tod war ja auch schon richtig schlimm ...

      Ich denke schon ,dass Tess und Joel was miteinander hatten. Gibt ein/zwei Anzeichen dafür, wie z.B. Bill, der ihn auf Tess anspricht und dann meint: "Ärger im Paradies ?"

      Das Ende ist irgendwie eine Mischung aus Joel's Egoismus und seinem Zwang Ellie zu beschützen.
      Wenn wir die Welt von TLOU betrachten haben alle Leute die man trifft zumindest einen Partner.

      Joel hat Tess und dann Ellie. Henry hat Sam , als dieser stirbt , tötet er sich selbst. Bill hatte Frank. David hat seinen Metzgerfreund. Es scheint also eine Grundvoraussetzung zum Überleben zu sein, nicht alleine durch die Straßen zu ziehen.

      Ich denke "Winter" ist wohl der Punkt im Spiel, in dem Joel erkennt, dass Ellie nicht mehr oder nicht nur das kleine Mädchen ist, sondern sein Partnerin. Sie rettet ihm Mehrfach das Leben und entgegen den gängigen Klischees, kommt nicht Joel um sie zu retten , sondern sie hilft sich selbst und da gibt es dann die erste richtige emotinale Regung von Joel: Er nimmt sie in den Arm und sagt zu ihr "Baby Girl" (was sagt er denn in der dt Version ?), so wie er Sarah genannt hat. Dieser Augenblick war so brutal und schön zugleich, fantastisch.
      Ja, dass er sie dann so nennt, wie seine Tochter, hat mich auch sehr gerührt. Im Deutschen sagt er "Meine Kleine/Kleines", was wohl die sinnigste Übersetzung davon ist.

      Wobei Bill ja die meiste Zeit auch alleine zu sein scheint, denn die Leiche von seinem Partner hing da schon eine ganze Weile (dem Aussehen nach zu urteilen). Aus einem Dokument ging auch hervor, dass die beiden sich wohl im Streit getrennt hatten... Gut, das Resultat war dann der Selbstmord.

      Ist dir auch die Geschichte um "Ish" aufgefallen, die in Dokumenten erzählt wird? Das fand ich auch richtig klasse gemacht und extrem traurig. Wenn ich so drüber nachdenke, hat mich das ganze Spiel ziemlich melancholisch gestimmt. Irgendwie gibt es keine wirkliche Hoffnung außer Ellies Immunität. Und selbst diese Hoffnung zerstört Joel ja letztendlich... und trotzdem wünsche ich es mir nicht anders.
      Naughty Dog hat ja einen Story DLC angekündigt und ich hoffe, dass der NICHT ans Ende anschließt. Mich würde z.B. die Geschichte interessieren, wie sich Joel und Tess kennengelernt haben. Oder vielleicht die Geschichte mit Ellie und ihrer Freundin, die gebissen wurde und starb - könnte auch ziemlich emotional werden, weil Ellie ja auch erzählte, dass sie beide gemeinsam auf den Tod warten wollen, um nicht einsam zu sterben. Sie sagt ja dann auch ganz trocken "... und ich... ich warte immer noch darauf."

      Das hab ich mir gestern auch erst gedacht : Bitte lasst die Stoy so stehen wie sie ist. Auf Kotaku meinten sie , dass zwischen der Sache mit Sam und Henry und der Ankunft am Staudamm , laut Naughty Dog, sehr viel rausgeschnitten wurde. Was sich auch geografisch auswirkt, denn von hier auf jetzt ist man am anderen Ende der USA.

      Vielleicht nutzen sie dieses Kapitel um einen DLC zu machen. Eine Anknüpfung an das Ende sollte auf keinen Fall stattfinden.

      Marlene als Charakter zu spielen würde ich auch nicht gut finden. Durch die Audioaufzeichnungen kriegt man einen guten Eindruck ihrer Motivation und Beweggründe für ihr Handeln und den Zwiespalt, den sie auf sich nimmt.

      Bill wäre lustig :D

      Das mit Frank war irgendwie auch sehr gut gemacht. Er wurde ja gebissen beim Versuch die Batterie zu holen und hat sich deshalb aufgehängt. Aber der Brief ist einfach nur klasse. Obwohl er richtig tragisch ist und Bill sehr stark trifft musste ich grinsen als ich ihn laß.

      The Last of Us hat so komische Momente ohne dabei plump zu wirken und ist der Videospielbeweis für Ohne Komik, keine Tragik und ohne Tragik, keine Komik.



      Ish , oh ja ! Das war der Kapitän , der dann das Dorf in der Kanalisation miterbaut hat oder ? Wie man vielleicht aus einen meiner Posts in anderen Spielen herauslesen kann, bin ich ein RIESIGER Fan von Dokumenten, die man während des Spiels findet. Silent Hill oder die frühen Resident Evil Teile hatten das sehr gut gemacht. TLOU macht das mit Perfektion, wobei Ish' Geschichte sicher die Krone der Schöpfung darstellt. Es ist ja eine kurze Geschichte in der Geschichte.

      Diese Sammelerstücke tragen SO viel zur Atmosphäre bei. Sie geben dir verschiedene Sichtweisen auf das Geschehen, zeigen dir die Vergangenheit und transportieren Stimmungen zum Spieler. Großartig.
      Uiui, grad wieder was schönes entdeckt!
      Bin jetzt wieder im Winter, wo man mit Ellie auf die Jagd geht. Wenn man dort ihr Inventar öffnet, hat sie ganz andere Dokumente bzw. Artefakte als Joel... Zum Beispiel eine Kette ihrer verstorbenen Freundin. Wenn man das Artefakt dann aufruft, sagt sie "Du fehlst mir so..", dann hat sie den Roboter von Sam usw. Sogar einen Brief ihrer Mutter besitzt sie und dann äußert sie den Wunsch, dass sie ihre Mutter stolz machen will..
      Einfach mal alles anschauen und ihr zuhören. Gott, da kamen mir schon wieder ein bisschen die Tränen.

      Interessant finde ich, dass _alle_ Leute die Meinung vertreten Ellie hätte Joels Lüge am Ende durchschaut. (Zumindest die, die ich bisher gehört habe)

      Ich bin mir bis heute ehrlich gesagt nicht absolut sicher. Natürlich gibt die ganze Szene wieder, dass Ellie Joel inzwischen gut genug kennt und weiß, dass er normalerweise tut was getan werden muss. In diesem Fall wäre das auch, eine Lüge gegen Sie auszusprechen. Man merkt in der Sequenz ganz deutlich, dass es ihr nicht leicht fällt über die ganze Geschichte mit Riley zu sprechen (Körperhaltung, Stimme) und Joel im Prinzip eine Rechtfertigung präsentiert, wieso sie jetzt hätte operiert werden müssen, um dabei zu sterben.

      Nach seiner Antwort, dass er die Wahrheit gesagt hat, sieht man recht deutlich, wie ihre Augen anfangen nach unten zu driften und sie anfängt alles zu verarbeiten (gewisse Augenpositionen verraten manchmal, welche Bereiche des Gehirns gerade am aktivsten sind - dazu empfehle ich die Bücher von Paul Ekman). Meine Deutung: Sie fängt an die Sache zu verarbeiten: Die Enttäuschung, die Schuldgefühle und vielleicht auch der Verlust von Hoffnung, "ein Ziel für das es sich zu kämpfen lohnt".

      Sie nickt dann nur und sagt "okay" - das war für mich allerdings nicht der Hinweis, dass Sie ihn der Lüge bezichtigt, sondern dass Sie einfach in diesem Moment noch sehr im Emotionskarussel unterwegs ist und die Sache verarbeiten muss. Ellie ist das ganze Spiel hindurch relativ tough und ihre Antwort hatte ich so gedeutet, dass das Thema nun abgehakt ist und es weiter gehen kann.
      a sixty ton angel falls to the earth
      a pile of old metal a radiant blur
      scars in the country, summer and her

      always the summers are slipping away
      porcupine tree
      Oh man, was für ein geniales Spiel... hab mir eure Gespräche durchgelesen und möchte zwei Saschen kommentieren:

      Hunk wrote:

      bin ich ein RIESIGER Fan von Dokumenten, die man während des Spiels findet


      Absolut! Endlich wieder mal ein Spiel, dass Dokomente gut in Szene setzt bzw. das Handlungskonzept damit verstärkt. Einfach klasse! Es gab sogar ein Dokument bzw. ein Tonband, dass ich weggedrückt habe. Das hatte ich noch nie zuvor in einem Spiel - ich hab mir immer alles zu Ende angehört/durchgelesen, egal was für ein Stuss es war. Aber als dieser Chirurg am Ende von Ellies Immunität geschwärmt hat und nicht mehr aufhören wollte, ging mir das so unter die Haut und ich bin so wütend geworden, dass ich das Tonband weggedrückt hab. Das hatte ich echt noch nie, dass sich die Emotion einer Figur - Joels Wut über die Fireflies und wie sie Ellie behandeln - so auf mich übertragen hat. Toll gemacht! :)

      Nobody wrote:

      Interessant finde ich, dass _alle_ Leute die Meinung vertreten Ellie hätte Joels Lüge am Ende durchschaut. (Zumindest die, die ich bisher gehört habe)


      Ich fand es auch etwas schade, dass sich nicht mehrere Leute geäußert haben, wie sie das Ende deuten. Ich stimme dir aber zu, Nobody: Ich glaube auch nicht, dass Naughty Dog mit diesem Ende zeigen wollte, dass Joel ein Lügner ist oder Ellie Zweifel an seiner Person bekommt oder dass es überhaupt um eine Lüge geht. Vielmehr geht es hier um eine Frage, die sich erst stellt, wenn man etwas länger darüber sinniert, was Ellie mit dieser Frage überhaupt meint: "Swear to me that everything you told me about the Fireflies was true!"
      Mein erster Gedanke drehte sich darum, was Ellie jetzt noch mit den Fireflies will? Sucht sie einen Grund, um weiterexistieren zu dürfen? Wären die Fireflies böse Menschen, die sie nur missbrauchen wollten - wären dann alle umsonst gestorben, die ihr so lieb waren? Hätte sich ihr Ziel dann als sinnlos entpuppt? Danach fragte ich mich aber: Ist das nicht etwas plump für ein Ende? Und dann viel mir etwas auf, als ich mir die Sequenz noch einmal unter "Filmsequenzen" angeschaut habe. Plötzlich erschien mir die Frage, nachdem ich über sie nachgedacht hatte, in einem ganz anderes Licht, sondern eher mit dem Fokus auf: "Swear to me that everything you told me about the Fireflies was true!"

      Und da fragte ich mich: Was hat er ihr eigentlich über die Fireflies erzählt...? Auf der Autofahrt sagte er nur, dass es noch mehrere Kinder wie sie gibt und die Fireflies sie nicht mehr brauchen. Das war natürlich glatt gelogen. Aber mehr hat er doch in Anwesenheit des Spielers gar nicht gesagt?! Zwischen der Autofahrt und der Epilog-Szene liegt ja eine gewisse Zeitspanne. Für mich macht der Reiz dieses Endings also nicht aus, darüber zu diskutieren, ob Ellie Joel am Ende für einen Lügner hält oder nicht und ob das Spiel dadurch ein gutes Ending hat oder ein schlechtes (nicht von der Qualität her, sondern von der Stimmung), sondern sich die Frage zu stellen: "Was hat Joel ihr über die Fireflies erzählt und was hat das für Konsequenzen für Ellie?"

      Das Spiel ENDET mit einem Wort: "Okay" - und es ist genauso wie Nobody sagt: Ellie sagt nicht einfach "Okay" und gut - da steckt ein bestimmtes Gefühl dahinter. So was wie ein: "Ist okay, Joel." Als ob Ellies die Wahrheit kennt - egal was Joel ihr über die Fireflies erzählt hat - und ihn für das akzeptiert, was er ihr gesagt hat. Beispiel:

      Joel: Ellie, die Fireflies waren alles grausame, unmenschliche Mistkerle - ich hab dich vor ihnen gerettet
      --> Ellies "Okay." ist ein Zeichen der Akzeptanz, sie erkennt die Wahrheit an, die sie ja gar nicht mitbekommen hat, weil sie geschlafen hat. Im Kontext ihrer Erinnerung, die sie mit Joel teilt, heißt das, dass sie jetzt tatsächlich das tun muss, was Joel ihr rät: Etwas finden, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Da sich aber mit der Wissen, dass die Fireflies ihr Böses wollten, ihr Weltbild völlig umgekrempelt hat (was so viel heißt wie: Alles was im letzten Jahr passiert ist, war völlig für die Katz), muss sie vollends akzeptieren, was geschehen ist. Ihr "Okay" steht dann also für die Akzeptanz der Ereignisse, die sie jetzt zum ersten Mal ernsthaft glaubt (daher hört sich das "Okay" auch etwas trauriger an).

      Joel: Ellie, die Fireflies waren gute Menschen, die uns geholfen haben, aber sie brauchen dich nicht unbedingt, daher können wir zusammenbleiben.
      --> Ellies Skepsis drückt sich hier in ihrer Frage aus und das nüchterne (wie gesagt, etwas traurig angehauchte) "Okay" zeigt, dass Ellie Joel akzeptiert, egal was die Wahrheit ist. Sie akzeptiert seine Lüge, die dazu dient, Ellie vor der Wahrheit zu beschützen. Wie Haptism gesagt hat: Ellie ist nicht blöd. Sie bemerkt es natürlich, falls Joel ihr wirklich Gutes über die Fireflies erzählt hat. Das heißt aber nicht, dass sie Joel jetzt irgendwie negativer betrachtet als vorher.

      Was ich damit sagen wollte: Beide Versionen funktionieren. Wir können nicht sagen, was Joel ihr wirklich über die Fireflies erzählt hat. Das wichtigste an diesem Ene ist also die FRAGE, was wirklich erzählt wurde. Deshalb steht sie so im Mittelpunkt, deshalb endet das Spiel mit diesem herrlich eingesprochenem "Okay." Die Frage ist wichtig, nicht die Auflösung der Frage, denn sie kann - wie man oben sieht - vielfältig sein.

      Schaut euch die Sequenz ruhig nochmal unter diesem Aspekt an - war sehr augenöffnend für mich ^^
      Hier nochmal meine Ansicht vom Ende. Ist nun schon einige Zeit her das ich das gepostet hab. Müsste mal nochmal nen Durchgang wagen, da die Erinnerung verblasst :) Ok, also : Als ich zum ersten Mal durch war, saß ich eine Zeit lang vorm Fernseher und hab Joel gehasst. Ich hab das Ende gehasst. Ich konnte nicht glauben, dsas Joel so egoistisch ist und a) Ellie ihren Wunsch nicht erfüllt zu helfen b) Marlene , die keine Waffe in der Hand hatte kaltblütig erschießt c) Ellie so eiskalt anlügt und einen Schwur bricht.
      Das alles nur , damit er sich besser fühlt, damit er nicht versagt, die 2. Person zu verlieren, die in seiner Obhut ist. Und ich dachte mir: Wann hat sich Joel so verändert? Warum mochte ich ihn die ganze Zeit so gern und auf einmal schlägt das so in Hass über ?

      Als ich dann den 2. Durchgang startete, sind mir einige Szenen aufgefallen und ich habe bemerkt, dass er sich eigentlich in seinem Grundcharakter gar nicht verändert.
      Es gibt eine Szene am Anfang, wo sie mit dem Auto fahren und eine Familie am Straßenrand um Hilfe bittet. Tommy und Sarah wollen anhalten, Joel nicht.

      Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen :D und ich verstand das Ende. Joels oberste Priorität ist C Schutz seiner Familie. Er stellt das über alles, selbst über die "Rettung der Zivilisation" (wobei auch niemals gesagt wird, dass der Tod von Ellie mit Sicherheit die Welt rettet). Und er macht das nicht aus Egoismus, sondern weil er einfach so ist, wie er ist.

      Und es war auch zu Bedenken, dass TLOU anders ist als andere Spiele. Als Spieler erwarten wir, dass wir Ellie retten UND die Welt zugleich, weil das (fast) jedes Spiel und jeder Film macht, damit alle Zuschauer bzw. Spieler ein gutes Gefühl haben. TLOU gibt uns diesen Luxus nicht und deshalb bin ich sooo dankbar dafür.

      Und plötzlich mochte ich das Ende. Und ich sah es mir nochmal an. Dabei stellte ich mir eine Frage: Will Ellie vielleicht sogar , dass Joel sie anlügt ?

      Ich denke Ellie ist intelligent genug, um zu wissen , dass Joel sie angelogen hat. Die Geschichte von Joel klang alles andere als einleuchtend und logisch. Und wenn sie es nicht wüßte, hätte sie Joel nie gefragt. Zudem wissen wir, dass Ellie eine sehr impulsive, offene und geradeheraus sprechende Person ist. Ich glaube, sie wollte dadurch einfach etwas von der Last ablegen, die Erlösung der Menschheit zu sein und doch nicht geholfen zu haben. Wie ein Kind, das weiß, dass es keinen Weihnachtsmann gibt aber trotzdem seinen Vater fragt und hofft, dass er sagt, es gäbe ihn doch nur um an der Illusion und der Kindheit festzuhalten.

      Leider gibt es durch das abrupte Ende keinen Beleg für diese Theorie, außer das Ellie wahrscheinlich anders reagiert hätte, jedoch hätte sie das auch noch tun können... das Ende ist einfach zu schnell da :D

      Was haltet ihr davon ?


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      Das Ende ist so abrupt vorbei, DAMIT wir alle unsere verschiedenen Sichtweisen entwickeln können - das ist ja gerade das geniale daran! Jeder von uns hat wahrscheinlich in seinem "Close Watching" einen anderen Aspekt als den zentralsten gesehen - genau das wollte Naughty Dog wohl erreichen. Ich finde deine Version des Endings auch plausibel. Das würde voraussetzen, dass Joel ihr Gutes von den Fireflies erzählt hat und Ellie - ja, sie ist ein extrem kluges Mädchen - ihm nicht geglaubt hat. Sie will jetzt die Versicherung, dass er nicht nur lügt, weil er ein Arsch ist, sondern weil er sich um sie sorgt. Das hat sie damit verstanden. Ist absolut nachvollziehbar. Es setzt aber voraus, dass Joel sie bezüglich der Fireflies angelogen hat und das - ich hab's oben erwähnt - gibt das Spiel nicht her. Womit wir wieder bei meiner "Lesart" des Endings wären: Wir wissen nichts und das ist das Interessante daran ;)

      Was ich übrigens total lustig finde, ist folgender Absatz von Hunk. Vorher aber: Ich warne schonmal vor meinem Kommentar unten, weil er Emotionalität bzw. speziell Empatie thematisiert, ein großes Thema des Spiels (besonders das Empatieverhalten des Spielers selbst gegenüber der Figuren). Und meine Art von Empatie ist vielleicht in DIESEM Fall etwas speziell - man verzeihe mir etwaige Extremitäten schonmal im Voraus (keine Sorge, nicht gegen dich Hunk, sondern gegen die Figuren im Spiel) :D

      Hunk wrote:

      Als ich zum ersten Mal durch war, saß ich eine Zeit lang vorm Fernseher und hab Joel gehasst. Ich hab das Ende gehasst. Ich konnte nicht glauben, dsas Joel so egoistisch ist und a) Ellie ihren Wunsch nicht erfüllt zu helfen b) Marlene , die keine Waffe in der Hand hatte kaltblütig erschießt c) Ellie so eiskalt anlügt und einen Schwur bricht.
      Das alles nur , damit er sich besser fühlt, damit er nicht versagt, die 2. Person zu verlieren, die in seiner Obhut ist. Und ich dachte mir: Wann hat sich Joel so verändert? Warum mochte ich ihn die ganze Zeit so gern und auf einmal schlägt das so in Hass über ?


      Bei mir war's das genaue Gegenteil, deshalb find ich's so lustig oder eher interessant eine solche Sichtweise zu sehen (und zu verstehen! - sonst wär's nicht lustig :D).
      Ehrlich: Ich hab Marlene gehasst wie du Pest! Deshalb hab ich ihr auch keine Träne nachgeweint, als Joel sie erschossen hat. Ich dachte mir, nachdem sie ihm erklären wollte, dass sie Ellie am Gehirn herumschneiden müssen und sie wohl ihr Leben verlieren muss: "Du blödes Miststück! Wie kannst du das Kind opfern - hast du jeglichen Bezug zur Menschheit verloren? Schneidest einem Kind ins Gehirn, das du selbst seit der Geburt kennst und liebst - was ist mit DEINEM Gehirn eigentlich nicht in Ordnung? Joel, prügel denen allen mal ein bisschen Verstand ein, die können doch kein Kind opfern - besonders nicht DIESES Kind, verdammt noch mal!!" - ich hab ihr echt keine Träne nachgeweint. Die Frau war für mich schon völlig verrückt. Ich erinnere mich noch wie sie Joel noch anfleht, sie leben zu lassen und Joel sagt: "You'd just come for her" und gibt ihr den Rest und ich dachte mir: "Genau. Sie würde Ellie wieder jagen, die Verrückte. Ist echt besser so." Und das Traurige ist: Sie wird's nie verstehen, warum Joel sie erschossen hat. "You'd just come after her" - ein Spruch der niemals Einzug in ihr Gehirn finden wird, weil sie ihn nicht verstehen wird. Das Ganze hier ist übrigens auch DER Grund, warum ich das Tonband dieses Chirurgen weggedrückt habe. Ich hab's gehasst ihm zuzuhören. Wie er von Ellies Immunität geschwärmt hat und was daraus entstehen kann und blablabla und kein einziger Ton darüber, dass hier ein Kind umgebracht wird, unter der Ausrede, dass dieser Totschlag dem höheren Ziel dient - "so ein beschissener Schwachsinn! Dir zuzuhören ist ja grauenhaft - davon bekomm ich echt Zahnbelag!", dachte ich an dieser Stelle und ich entschuldige mich für das Schimpfwort aber so denke ich ehrlich darüber.

      Mir ist klar, dass ich im letzten Absatz ziemlich krass wertend war, aber das Spiel provoziert solche Emotionen ja auch explizit. Bei Hunk war's beim ersten Durchlauf genau anders herum. Ich aber könnte Joel nie dafür hassen, dass er sein eigenes Glück über das der Menschheit stellt, weil ich wahrscheinlich genauso entschieden hätte, denn DAS IST was menschlich ist.

      Mal davon abgesehen (zu a) in deinem Zitat oben) will Ellie ja gar nicht helfen. Sie glaubt nur, dass sie helfen muss, weil all die Menschen um sie herum sonst umsonst gestorben wären. Das ist es ja auch, was sie auf dem Dach vor dem "Zoo" sagt.

      (ungefähr)
      Joel: You know, we ain't need to do this. We can go back to Tommy's and...
      Ellie: ...and what? After all we've done? After all I'VE done?

      Sie glaubt, dass sie helfen MUSS. Wahrscheinlich hat sie selbst genauso viel Angst davor wie Joel am Ende, als er erfährt, dass sie ihr das Gehirn aufschneiden.


      EDIT:

      Ich muss nochmal ein paar Gedanken zum Ende hinzufügen (man, was für ein bescheuertes Spiel, es lässt einen einfach nicht los [/Ironie])

      Inzwischen glaube ich, dass der Schlüssel, um das Ende zu verstehen, die Tatsasche ist, dass Ellie sich ihr Glück nicht gönnt. Sie sagt es ja schon im obigen Zitat aus Salt Lake City: Nach all dem, was sie getan hat, kann sie nicht mehr zurück - sie muss jetzt ihren Dienst an der Menschheit tun, ob sie will oder nicht. Im Epilog sagt sie es nochmal: Sie erzählt von ihrer besten Freundin, von Tess, Sam - sie "wartet nur noch, bis sie dran ist". Das ist eine ziemlich krasse Aussage, weshalb Joel die Sache direkt mildern will, aber Ellie unterbricht ihn mit "No, you don't understand!" und das ist der Punkt: Joel versteht nicht (oder zumindest glaubt Ellie, dass er es nicht versteht - in Wirklichkeit tut er es wahrscheinlich doch), dass Ellie ein Problem damit hat, dass ihr jetziges Glück auf einem Haufen Leichen aufgebaut wurde. Deshalb fühlt sie sich schuldig. Man muss sich nur mal den Epilog anschauen (bzw. die Ingame-Szenen in Erinnerung rufen): Die beiden laufen durch die schönste Idylle, Joel ist die ganze Zeit am Erzählen und Ellie meldet sich kaum zu Wort. Bis dann die Cutscene kommt: "Hey, wait" - Ellie hätte genauso gut sagen können: "Wait, this is wrong." Sie fühlt sich nicht wohl in ihrem Glück "after all I've done".
      Und hier kommen wir zum Gespräch zurück und zu den Fragen, die wir permanent diskutieren. Wahrscheinlich muss ich meine Feststellung zurücknehmen, dass wir nicht wissen, was Joel ihr gesagt hat, denn die gerade geschilderte Tatsache lässt eigentlich nur eine Variation zu: Joel hat Ellie über die Fireflies belogen, hat sie schöngeredet. Wie Hunk schon gesagt hat: Ellie ist schlau, sie hat das bemerkt. Auch deshalb kann sie ihr Glück nicht akzeptieren: Es wurzelt nicht nur auf einem Berg Leichen, die sie glaubt verschuldet zu haben, sondern auch auf Joels gut gemeinter Lüge. Deshalb nämlich stellt sie ihn so mit dem Rücken zur Wand: "Swear it! Swear that everything you told me about the Fireflies was true." Unter diesem Aspekt kommt mir der Satz fast schon vor wie ein Flehen. Ich hab das Gefühl, Ellie sucht verzweifelt nach einer Berechtigung, um glücklich sein zu dürfen. Wir sind wieder bei dem phänomenal eingesprochenem "Okay." - danke an die Synchrosprecherin an dieser Stelle :D

      "I swear."
      "Okay."

      Sie akzeptiert Joels Lüge als Wahrheit, weil sie mit ihr glücklich sein kann. Aber bevor sie Joel noch einmal damit konfrontiert hat, kann sie diese Lüge nicht leben. Sie muss sich versichern, dass er bei ihr ist. Dass er diese Lüge mit ihr lebt. Und dass sie glücklich ist, dass sie ihn an ihrer Seite hat - das sagen die Tränen in ihren Augen. "Okay."

      Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass es das ist.

      ...aber vielleicht fällt mir morgen auch wieder was anderes ein, wer weiß :D


      LG und gute Nacht
      JayJay
      Ja, deine Gedanken decken sich zum großen Teil mit meinen.

      Ellie sucht verzweifelt nach einer Berechtigung, um glücklich sein zu dürfen


      Ich würde sogar noch weitergehen und sagen, sie sucht eine Berechtigung zu leben. Ich denke, dass es nur zu menschlich ist, dass man nach zahllosen Todesfällen im näheren Umfeld sich selber die Frage stellt, warum man selbst nicht gestorben ist. Ellie hatte die ganze Reise eine Antwort: Weil sie die Auserwählte war und die Menschheit retten soll. Nachdem dieses omnipräsente Ziel aus ihrem Fokus verschwunden ist, beginnt sie darüber wieder mehr nachzudenken.

      Mal davon abgesehen (zu a) in deinem Zitat oben) will Ellie ja gar nicht helfen. Sie glaubt nur, dass sie helfen muss, weil all die Menschen um sie herum sonst umsonst gestorben wären. Das ist es ja auch, was sie auf dem Dach vor dem "Zoo" sagt.

      (ungefähr)
      Joel: You know, we ain't need to do this. We can go back to Tommy's and...
      Ellie: ...and what? After all we've done? After all I'VE done?

      Sie glaubt, dass sie helfen MUSS. Wahrscheinlich hat sie selbst genauso viel Angst davor wie Joel am Ende, als er erfährt, dass sie ihr das Gehirn aufschneiden.



      Also ich hatte immer das Gefühl, dass Ellie die Reise angetreten hat, weil sie helfen will, nicht weil sie muss. Mir fällt auch auf Anhieb keine Stelle ein, in der man heraushören kann, dass sie nur auf Grund des Drucks zu den Fireflies will.

      Ich glaube das Zitat soll nicht ausdrücken , dass Ellie sich gezwungen fühlt, sondern dass nicht zu Tommy zurückkehren und dann so tun kann, als hätte sie das alles nicht durchgemacht und schlimme Sachen gesehen bzw. selbst gemacht ( z.B. Menschen getötet) hat.

      Hunk wrote:

      Ich glaube das Zitat soll nicht ausdrücken , dass Ellie sich gezwungen fühlt, sondern dass nicht zu Tommy zurückkehren und dann so tun kann, als hätte sie das alles nicht durchgemacht und schlimme Sachen gesehen bzw. selbst gemacht ( z.B. Menschen getötet) hat.


      So könnte man die Szene auch deuten, das stimmt. Mir fällt spontan auch keine Szene ein, in der noch deutlich wird, dass sie unter Druck steht. Ich habe das in dieser Szene so rausgehört, aber vielleicht muss ich mir das Video auch einfach nochmal anschauen. Allein schon an dem genialen Motion Capturing und der Synchrostimme sollte man einiges herauslesen können ^^
      Ich habe dieses Video auf Youtube gefunden und wollte es euch empfehlen. Es behandelt... boah, es behandelt eigentlich einiges. Von Kleinigkeiten, zum Narrativ, über Fehler des Spiels...
      Aber es lohnt sich definitiv, auch wenn man eine halbe Stunde dafür investieren muss. Ihr werdet wahrscheinlich Material sehen, das ihr noch nie zuvor im Spiel gefunden habt. Echt toll gemacht.

      Und... naja... Spoiler, ne? ^^

      There you go:

      The Last of Us Changed My Life: In Depth Analysis and Dissection - YouTube

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